Erinnere Dich! Von der Kindheit, den Wesen und dem Erwachen

Schwaz, Tirol • 24. Oktober 2025 • Kategorie: Naturverbindung
Der Herbstwind trägt die ersten Schneeflocken vom Karwendel herab, während ich am Fenster meines Praxisraums stehe und in die Dämmerung blicke. In solchen Momenten, wenn die Welt zwischen Tag und Nacht schwebt, wird der Schleier dünner. Und ich erinnere mich.
Die Welt, die wir vergaßen
Erinnere dich.
Erinnerst du dich an die Zeit, als die Welt noch voller Magie war? Als du unter dem Küchentisch saßt und er zur Höhle wurde, zum Schloss, zum Tor in andere Welten? Als der Wald hinter dem Haus von Elfen bewohnt war, als die Wolken Drachen trugen, als die Steine im Bach Edelsteine aus fernen Königreichen waren?
Erinnerst du dich an die Zeit, als du noch wusstest, dass es mehr gibt als das, was die Erwachsenen sehen konnten?
Ich spreche nicht von Fantasie. Ich spreche von Wahrnehmung.
Als Kinder waren wir noch nicht vollständig in der Dichte der Materie gefangen. Unsere Seele, frisch aus der Feinstofflichkeit geboren, erinnerte sich noch an ihre Heimat. Wir sahen die Lichtwesen in den Gärten, wir spürten die Präsenz der Naturgeister, wir kommunizierten mit unseren unsichtbaren Freunden – und es war real.
Dann kam die Erziehung. Die Konditionierung. Die Anpassung.
"Das gibt es nicht."
"Das bildest du dir nur ein."
"Hör auf zu träumen."
"Werde endlich erwachsen."
Und so lernten wir, den Schleier zu schließen. Wir lernten, nur noch das zu sehen, was erlaubt war. Wir lernten, unsere Wahrnehmung zu beschneiden, bis sie in die enge Form der materiellen Welt passte.
Wir vergaßen.
Die Welt der Erwachsenen: Ein Leben im Halbschlaf
Schau dich um in der Welt der Erwachsenen. Was siehst du?
Menschen, die von Termin zu Termin hetzen. Menschen, die ihre Tage in Büros verbringen, unter künstlichem Licht, getrennt von der Erde, getrennt vom Himmel. Menschen, die ihre Erfüllung in Konsum suchen, in Status, in Ablenkung.
Menschen, die funktionieren, aber nicht mehr leben.
Die Welt der Erwachsenen ist eine Welt der Oberflächen. Eine Welt, in der alles messbar, wägbar, beweisbar sein muss. Eine Welt, in der das Unsichtbare keinen Platz hat, weil es sich nicht in Zahlen fassen lässt.
Es ist eine Welt des Vergessens.
Vergessen, woher wir kommen. Vergessen, wer wir wirklich sind. Vergessen, dass wir mehr sind als dieser Körper, mehr als dieser Name, mehr als diese Rolle, die wir spielen.
Und in diesem Vergessen entsteht eine tiefe, namenlose Sehnsucht. Eine Leere, die wir zu füllen versuchen – mit Arbeit, mit Beziehungen, mit Besitz, mit Erfolg. Aber nichts füllt sie wirklich.
Denn was wir suchen, liegt nicht in der materiellen Welt.
Es liegt in der Erinnerung.
Die Feinstofflichkeit: Die Welt, aus der wir kommen
Die Feinstofflichkeit ist keine Fantasie. Sie ist keine Metapher. Sie ist eine Realität – eine Ebene der Schöpfung, die parallel zur materiellen Welt existiert und sie durchdringt.
In der Feinstofflichkeit leben die Wesen, von denen unsere Märchen erzählen: Die Naturgeister, die Elementarwesen, die Lichtwesen, die Ahnen, die Engel. Sie sind nicht "erfunden". Sie sind da – immer schon gewesen, immer noch da.
Unsere Seele kennt diese Welt. Denn sie kommt von dort.
Bevor wir in diesen Körper geboren wurden, existierten wir in der Feinstofflichkeit. Und wenn dieser Körper stirbt, kehren wir dorthin zurück. Und dann, nach einer Zeit der Ruhe und des Lernens, werden wir wieder geboren – in die Materie, um zu erfahren, zu wachsen, zu dienen.
Unzählige Male ist unsere Seele diesen Weg gegangen. Unzählige Male hat sie die Schwelle zwischen den Welten überschritten.
Und in jeder Inkarnation trägt sie die Erinnerung in sich – tief verborgen, verschüttet unter Schichten von Konditionierung und Vergessen. Aber sie ist da.
Die Sehnsucht, die wir spüren, ist die Sehnsucht der Seele nach ihrer Heimat. Nach der Verbindung. Nach der Ganzheit.
Die Wesen: Unsere vergessenen Gefährten
Als ich vor vielen Jahren begann, mich bewusst mit der Feinstofflichkeit zu verbinden, war es wie ein Nachhausekommen.
Ich erinnerte mich.
Nicht intellektuell – sondern mit jeder Faser meines Seins. Ich erinnerte mich an die Präsenz der Naturgeister in den Wäldern meiner Kindheit. Ich erinnerte mich an die Lichtwesen, die mich in schweren Zeiten begleitet hatten. Ich erinnerte mich an die Verbindung zu den Ahnen, die nie wirklich gegangen waren.
Und als ich begann, bewusst mit diesen Wesen zu arbeiten, öffnete sich eine Welt, die ich vergessen hatte – aber die immer da gewesen war.
Die Naturgeister – die Hüter der Bäume, der Quellen, der Berge. Sie sind die Seele der Natur, die lebendige Intelligenz, die alles durchwebt. Wenn wir lernen, sie wahrzunehmen, verändert sich unser Verhältnis zur Erde. Wir erkennen, dass wir nicht auf einem toten Planeten leben, sondern in einem lebendigen, atmenden, fühlenden Organismus.
Die Elementarwesen – die Wesen von Feuer, Wasser, Luft und Erde. Sie sind die Kräfte, die die Schöpfung formen und erhalten. Wenn wir mit ihnen arbeiten, lernen wir die Sprache der Elemente, die Sprache der Schöpfung selbst.
Die Lichtwesen – die Engel, die Aufgestiegenen Meister, die Führer und Begleiter. Sie sind die Boten der Schöpfung, die uns führen, schützen und lehren. Wenn wir uns für ihre Präsenz öffnen, erkennen wir, dass wir nie allein sind.
Die Ahnen – unsere Vorfahren, die vor uns gegangen sind. Sie tragen die Weisheit der Generationen, die Erinnerung an die alten Wege. Wenn wir sie ehren und mit ihnen kommunizieren, heilen wir nicht nur unsere eigene Linie, sondern auch die kollektive Wunde des Vergessens.
Diese Wesen sind nicht "da draußen". Sie sind hier – um uns herum, in uns, durch uns. Sie warten nur darauf, dass wir uns erinnern.
Das Erwachen: Aus dem tiefen Schlaf
Sich heute wieder bewusst mit diesen Wesen zu verbinden, kommt einem Erwachen gleich.
Es ist, als würdest du aus einem tiefen, traumlosen Schlaf aufwachen und plötzlich erkennen, dass du geträumt hast. Dass die Welt, die du für real gehalten hast, nur ein kleiner Ausschnitt einer viel größeren Wirklichkeit ist.
Dieses Erwachen ist kein plötzliches Ereignis. Es ist ein Prozess. Ein sanftes, schrittweises Öffnen. Ein Erinnern, Schicht um Schicht.
Es beginnt oft mit einem Ruf. Einer Sehnsucht, die nicht mehr zu ignorieren ist. Einem Gefühl, dass "da mehr sein muss". Einer Unruhe, die uns aus der Komfortzone treibt.
Dann kommen die ersten Wahrnehmungen. Ein Gefühl, dass jemand da ist, wenn niemand da ist. Ein Licht, das aus dem Augenwinkel huscht. Eine Stimme, die nicht mit den Ohren gehört wird. Ein Wissen, das nicht aus dem Verstand kommt.
Anfangs zweifeln wir. "Bilde ich mir das ein?" Aber die Wahrnehmungen werden stärker, klarer, konsistenter. Und irgendwann kommt der Moment, in dem wir wissen: Das ist real.
Und dann beginnt die eigentliche Arbeit: Das bewusste Öffnen der Wahrnehmung. Das Lernen, die Sprache der Feinstofflichkeit zu verstehen. Das Üben, die Verbindung zu halten, auch wenn die materielle Welt laut und fordernd ist.
Es ist ein Weg der Demut. Denn wir erkennen, dass wir nicht die Krone der Schöpfung sind, sondern ein Teil eines unendlich großen, lebendigen Geflechts. Dass wir nicht allein sind, sondern eingebettet in eine Gemeinschaft von Wesen, die uns begleiten, lehren, herausfordern.
Es ist ein Weg der Heilung. Denn in der Verbindung mit der Feinstofflichkeit heilen wir die Trennung, die uns krank gemacht hat. Die Trennung von der Natur, von unserer Seele, von der Quelle.
Es ist ein Weg der Freude. Denn wir kehren zurück zu dem, was wir als Kinder wussten: Dass die Welt voller Wunder ist. Dass Magie real ist. Dass wir geliebt, geführt, getragen sind.
Eine Begegnung im Wald
Vor einigen Wochen war ich im Karwendel unterwegs, auf einem meiner Kraftplätze. Es war ein stiller Herbstmorgen, die Luft klar und kalt, der Wald in goldenes Licht getaucht.
Ich setzte mich an den Fuß einer alten Zirbe, band mich an, und öffnete meine Wahrnehmung.
Und da waren sie.
Die Naturgeister des Waldes – nicht als visuelle Erscheinungen, sondern als Präsenzen. Als Schwingungen. Als Bewusstsein.
Ich spürte die Hüterin der Zirbe, eine alte, weise Energie, die mich mit einer Mischung aus Neugier und Güte betrachtete. Ich spürte die verspielten Wesen des Baches, die wie Kinder durch das Wasser tanzten. Ich spürte die stillen Wächter der Felsen, die seit Jahrtausenden hier standen und die Geschichten der Erde in sich trugen.
Und ich spürte, wie sie mich erkannten.
Nicht als Fremden, sondern als einen, der sich erinnert hat. Als einen, der zurückgekehrt ist.
In diesem Moment verstand ich: Das ist es, was die Seele sucht. Diese Verbindung. Diese Zugehörigkeit. Dieses Zuhause.
Der Ruf an dich
Wenn du diese Zeilen liest und etwas in dir resoniert – wenn eine alte Erinnerung sich regt, eine Sehnsucht erwacht, eine Stimme flüstert "Ja, das kenne ich" – dann ist das kein Zufall.
Es ist ein Ruf.
Ein Ruf deiner Seele, die sich erinnern möchte. Ein Ruf der Wesen, die auf dich warten. Ein Ruf der Schöpfung, die dich zurück in die Verbindung ruft.
Erinnere dich.
Erinnere dich an die Zeit, als du noch wusstest. Erinnere dich an die Magie, die du als Kind gespürt hast. Erinnere dich an die Wesen, die du geliebt hast – die Einhörner, die Elfen, die Helden.
Sie waren nicht nur Fantasie. Sie waren Erinnerung.
Erinnerung an eine Welt, die real ist. Erinnerung an eine Verbindung, die nie wirklich getrennt wurde. Erinnerung an deine wahre Natur als Seele, die zwischen den Welten wandelt.
Und dann, wenn du dich erinnerst, öffne dich.
Geh hinaus in die Natur. Setz dich zu einem Baum. Lausche dem Wind. Spüre die Erde unter deinen Füßen. Und frage: "Seid ihr da?"
Und warte.
Nicht mit dem Verstand. Nicht mit Erwartungen. Sondern mit dem Herzen. Mit der Bereitschaft, zu empfangen.
Und sie werden antworten.
Vielleicht nicht mit Worten. Vielleicht mit einem Gefühl. Mit einem Wissen. Mit einer Präsenz, die sich nicht leugnen lässt.
Und in diesem Moment wirst du erwachen.
Aus dem tiefen Schlaf der Trennung. Aus dem Vergessen. Aus der Illusion, dass du allein bist in einer toten Welt.
Du wirst erwachen in die Wahrheit: Dass du Teil eines lebendigen, atmenden, liebenden Kosmos bist. Dass du begleitet bist von Wesen, die dich kennen und lieben. Dass du niemals allein warst – und niemals sein wirst.
Die Verantwortung des Erinnerns
Mit dem Erwachen kommt auch eine Verantwortung.
Denn wenn wir uns erinnern, können wir nicht mehr so tun, als wüssten wir es nicht. Wir können nicht mehr in der Unbewusstheit leben, die die Erde ausbeutet, die Natur zerstört, die Wesen ignoriert.
Wir werden zu Brückenbauern zwischen den Welten. Zu Vermittlern. Zu Hütern.
Wir lernen, die Stimme der Natur zu hören und für sie zu sprechen. Wir lernen, die Weisheit der Wesen zu empfangen und sie in die materielle Welt zu tragen. Wir lernen, im Einklang mit der Schöpfung zu leben, statt gegen sie.
Das ist der Königsweg, von dem ich immer spreche: Nicht Meisterschaft über die Welt, sondern Dienst an der Schöpfung. Nicht Kontrolle, sondern Hingabe. Nicht Ego, sondern Kanal.
Und in diesem Dienst finden wir unsere wahre Erfüllung. Nicht in Besitz, nicht in Status, nicht in Macht – sondern in der Verbindung.
Nachklang: Die Kinder, die sich erinnern
Ich beobachte mit großer Freude, dass immer mehr Kinder heute geboren werden, die sich erinnern.
Kinder, die von ihren "unsichtbaren Freunden" erzählen – und nicht aufhören, von ihnen zu erzählen, auch wenn die Erwachsenen ihnen sagen, dass es sie nicht gibt.
Kinder, die die Farben der Auren sehen, die die Gefühle der Bäume spüren, die mit Tieren kommunizieren, als wäre es das Natürlichste der Welt.
Kinder, die wissen.
Sie sind die Hoffnung. Sie sind die Brücke. Sie sind die Generation, die die Trennung heilen wird – wenn wir sie lassen. Wenn wir ihnen nicht das antun, was uns angetan wurde. Wenn wir ihre Wahrnehmung nicht beschneiden, sondern ehren.
Und vielleicht – vielleicht können wir von ihnen lernen. Können uns von ihnen daran erinnern lassen, was wir vergessen haben. Können durch ihre Augen wieder sehen lernen.
Denn das Kind in uns ist nie gestorben. Es schläft nur.
Und es wartet darauf, geweckt zu werden.
Erinnere dich.
Die Wesen warten auf dich.
Die Welt wartet auf dich.
Deine Seele wartet auf dich.
Es ist Zeit, zu erwachen.
◆ ◆ ◆
Wenn du lernen möchtest, deine Wahrnehmung für die Feinstofflichkeit zu öffnen und die Verbindung zu den Wesen bewusst zu kultivieren, begleite ich dich gerne auf diesem Weg. Das Foundation Programm bietet eine solide Grundlage für die energetische Arbeit und die Anbindung an die Schöpfung.
Mehr Informationen unter: AMAERA Institut
Kommentare von Lesern
Elisabeth M.
Dieser Text hat Tränen in mir ausgelöst. Ich habe mich so sehr wiedererkannt – diese Sehnsucht, dieses Wissen, dass da mehr ist. Danke, dass du es in Worte gefasst hast.
Stefan H.
Wunderschön geschrieben! Als Vater von zwei kleinen Kindern erkenne ich genau, wovon du sprichst. Sie sehen und spüren so viel mehr als wir Erwachsenen. Ich lerne von ihnen.
Maria L.
Das ist einer der berührendsten Texte, die ich je gelesen habe. Er hat etwas in mir geweckt, das lange geschlafen hat. Ich werde wieder in den Wald gehen und lauschen.
Thomas K.
Genau zur richtigen Zeit gelesen. Ich spüre diesen Ruf schon lange, aber ich habe ihn ignoriert. Nicht mehr. Danke für diese Ermutigung.
