Die Stille zwischen den Welten
Die Stille zwischen den Welten
Datum: 3. November 2024 Kategorie: Mediale Wahrnehmungen Autor: Mario Manetzki
Eine Brücke aus Licht in der Dunkelheit
Der November hat eine ganz eigene, melancholische Schönheit. Die Tage werden kürzer, die Schleier zwischen den Dimensionen dünner. Besonders um Allerheiligen und Allerseelen spüre ich diese feine, fast greifbare Energie, die uns mit jenen verbindet, die uns vorausgegangen sind. Es ist eine Zeit der tiefen Anbindung, die uns daran erinnert, dass wir Teil eines viel größeren, ewigen Systems sind. Für mich als medial arbeitender Mensch ist dies keine Zeit der Trauer, sondern der tiefen, respektvollen Kommunikation.
Die Situation: Ein unerwarteter Ruf
Vor einigen Tagen meldete sich eine Klientin, nennen wir sie Elisa, bei mir. Sie war sichtlich erschöpft und berichtete von einer inneren Unruhe, die sie seit dem Tod ihres Großvaters vor drei Jahren nicht mehr losließ. Sie hatte das Gefühl, dass er ihr etwas mitteilen wollte, aber die Botschaften kamen nicht klar an. Stattdessen fühlte sie sich emotional blockiert und von einer subtilen, aber ständigen Schwere begleitet. Sie suchte nicht nur Trost, sondern eine finale Klärung.
Die Wahrnehmung: Ein Echo aus der Vergangenheit
Ich begann unsere Sitzung mit der Anbindungspraxis, um mich und den Raum zu klären und eine reine Verbindung zur Schöpfung herzustellen. Als ich mich auf Elisa einstimmte, spürte ich sofort die Präsenz ihres Großvaters. Es war keine dunkle oder bedrohliche Energie, sondern eher ein tiefes, ungelöstes Echo.
Ich sah ein Bild: eine alte Uhr, die stillstand, und ein Gefühl von ungesagten Worten. Er war nicht in der Lage, vollständig loszulassen, weil er sich Sorgen um das Wohlergehen von Elisas Mutter machte. Es war eine systemische Verstrickung aus alter Verantwortung und unbewusster Übernahme von Lasten, die nun über die Generationen hinweg wirkte.
Die Arbeit: Klärung und Freigabe
Meine Arbeit bestand darin, als klare Brücke zu dienen. Zuerst nutzte ich die Königsweg-Reinigung, um die energetische Schwere bei Elisa zu lösen, die nicht zu ihr gehörte. Dann stellte ich die Verbindung zum Großvater her.
Die Botschaft, die ich empfing und an Elisa weitergab, war zutiefst persönlich und befreiend: Er bat um Vergebung dafür, dass er seine Sorgen nicht offen ausgesprochen hatte, und gab symbolisch die Verantwortung für seine Tochter (Elisas Mutter) an die Schöpfung zurück. Er sagte, es sei nun Zeit für ihn, in den Frieden zu gehen, und für Elisa, ihr eigenes, leichtes Leben zu führen. Wir nutzten einen Lösungssatz aus der systemischen Energetik, um die übernommene Last bewusst zurückzugeben und das Band der ungesunden Verstrickung zu durchtrennen.
Die Transformation: Ein Gefühl der Leichtigkeit
Die Wirkung war unmittelbar. Elisa brach in Tränen aus, aber es waren Tränen der Erleichterung. Die Schwere, die sie jahrelang gefühlt hatte, wich einem tiefen Frieden. Sie beschrieb es, als wäre ein dichter Vorhang gelüftet worden. Die Stille, die nun im Raum herrschte, war nicht leer, sondern erfüllt von einer warmen, klaren Energie – der Stille zwischen den Welten, in der alles gesagt und alles vergeben ist.
Die Reflexion: Respekt vor der Grenze
Dieser Fall hat mir einmal mehr gezeigt, wie wichtig unsere ethischen Grundsätze in der medialen Arbeit sind. Wir sind keine Totenbeschwörer, sondern respektvolle Kanäle, die nur dann eine Verbindung herstellen, wenn es der Heilung und Klärung der Lebenden dient. Die Zeit um Allerheiligen verstärkt die Möglichkeit zur Kommunikation, doch die wahre Meisterschaft liegt darin, die Botschaften mit Präzision, Neutralität und Liebe zu übermitteln, damit beide Seiten – die Lebenden und die Verstorbenen – ihren Weg in Frieden fortsetzen können. Die Stille zwischen den Welten ist kein Ende, sondern ein Übergang, der uns alle verbindet.
Kommentare von Lesern
Robert A.
Deine Berichte öffnen mir immer wieder neue Perspektiven. Danke für deine Offenheit und Authentizität Vielen Dank!
Markus J.
Deine Berichte öffnen mir immer wieder neue Perspektiven. Du inspirierst mich sehr Vielen Dank!
Katharina N.
Das spricht mir aus der Seele. Genau das brauchte ich heute Vielen Dank!
