Der Raum, der nicht loslassen wollte
Titel: Der Raum, der nicht loslassen wollte Datum: 14. Juli 2024 Kategorie: Raumenergetik Autor: Mario Manetzki
Der Raum, der nicht loslassen wollte
1. Einleitung (atmosphärisch)
Es gibt Orte, die atmen Geschichte. Man spürt sie nicht nur, man wird von ihr umfangen, manchmal fast erdrückt. Als ich den Auftrag für das alte Gasthaus in der Nähe von Lindenfels annahm, wusste ich, dass es keine Routinearbeit werden würde. Solche Gebäude sind wie Palimpseste – Schicht über Schicht von menschlichen Emotionen, Ereignissen und Energien. Die Luft im Inneren war dick, fast zäh. Es war nicht unangenehm im klassischen Sinne, aber es lag eine Schwere in der Stille, die darauf hindeutete, dass hier schon lange niemand mehr wirklich zur Ruhe gekommen war.
2. Situation (anonymisiert)
Die neuen Eigentümer, nennen wir sie Familie Bauer, hatten das Anwesen mit dem Traum erworben, es in ein kleines Seminarzentrum umzuwandeln. Ein ehrgeiziges, wunderbares Projekt. Doch von Anfang an gab es Probleme. Unerklärliche Kältezonen, obwohl die Heizung funktionierte. Ein ständiges Gefühl der Beobachtung, besonders im ehemaligen Schankraum und im angrenzenden kleinen Lager. Die Bauers versuchten es zunächst mit Renovierungsarbeiten, doch die Handwerker klagten über Müdigkeit, Kopfschmerzen und eine fast aggressive Trägheit, die ihre Arbeit lähmte. Die Energie des Hauses schien sich gegen die Veränderung zu wehren.
3. Wahrnehmung (medial/energetisch)
Meine erste Begehung war aufschlussreich. Im Schankraum, dem Herzstück des Hauses, nahm ich eine deutliche Überlagerung wahr. Es war, als würden mehrere Zeitebenen gleichzeitig existieren. Ich sah keine Geister im esoterischen Sinne, sondern fühlte die Resonanz alter, ungelöster emotionaler Muster. Es waren Schichten von Abschieden, von Streitigkeiten um Geld, von stiller Einsamkeit nach Feierabend – die typischen Energien eines Gasthauses über Jahrzehnte. Was die Sache jedoch kompliziert machte, war eine besonders hartnäckige, fast statische Energie, die sich wie ein alter, feuchter Mantel an die Wände klammerte. Sie war nicht bösartig, aber extrem besitzergreifend und unbeweglich.
4. Arbeit (Methoden)
Ich begann mit einer tiefgehenden energetischen Reinigung des gesamten Anwesens, fokussiert auf die Klärung der emotionalen Altlasten. Normalerweise genügt eine intensive Sitzung, um die Grundschwingung anzuheben und die Energien in den Fluss zu bringen. Hier jedoch stieß ich auf einen unerwarteten Widerstand, besonders im Lagerraum. Die statische Energie zog sich nach der Reinigung sofort wieder zusammen, wie ein Gummiband, das in seine alte Form zurückschnappt.
Ich erkannte, dass ich nicht nur die Energie reinigen, sondern auch die Information dahinter lösen musste. Ich wechselte die Methode und wandte eine Technik der Systemischen Energetik an, um die Ursache der Hartnäckigkeit zu identifizieren. Es stellte sich heraus, dass eine tiefe, unbewusste Loyalität der Raumenergie zu ihrem ursprünglichen Zweck und einem früheren, sehr prägenden Wirt bestand.
Die Lösung lag in der Kommunikation und Wertschätzung. Ich habe in einer zweiten, gezielten Sitzung die alten Energien nicht vertrieben, sondern ihnen in respektvoller Anbindung an die Schöpfung für ihre lange Dienstzeit gedankt und ihnen symbolisch die Erlaubnis erteilt, loszulassen und in den Fluss zurückzukehren.
5. Transformation
Der Unterschied nach der zweiten Intervention war frappierend. Die schwere, zähe Luft war verschwunden, ersetzt durch eine leichte, fast prickelnde Klarheit. Familie Bauer berichtete, dass die Kältezonen verschwunden waren und die Handwerker plötzlich mit doppelter Geschwindigkeit und guter Laune arbeiteten. Der Raum, der sich zuvor verschlossen hatte, schien sich nun willkommen und offen zu zeigen. Die Geschichte des Hauses war nicht ausgelöscht, aber sie war integriert und nicht mehr dominant.
6. Reflexion (persönliche Erkenntnis)
Dieser Fall hat mir einmal mehr gezeigt, dass energetische Arbeit selten ein Kampf ist, sondern vielmehr ein Akt der Anerkennung und Kommunikation. Hartnäckige Energien sind oft nur solche, die sich nicht gesehen oder gehört fühlen. Sie klammern sich fest, weil sie eine Aufgabe hatten oder eine Information halten. Der Königsweg der Energetik lehrt uns, mit Respekt und Demut an diese Schichten heranzugehen. Wir sind keine Exorzisten, sondern Übersetzer und Begleiter. Und manchmal braucht es einfach einen zweiten, tiefen Atemzug der Empathie, um einen Raum zu befreien, der nicht loslassen wollte.
Mario Manetzki ist fiktiver Autor und Experte für Raumenergetik am Amaera Institut. Seine Arbeit basiert auf den Prinzipien der Anbindung an die Schöpfung und der Systemischen Energetik.
Kommentare von Lesern
Sabine E.
Das spricht mir aus der Seele. Genau das brauchte ich heute Vielen Dank!
Robert A.
Deine Berichte öffnen mir immer wieder neue Perspektiven. Danke für deine Offenheit und Authentizität Vielen Dank!
Claudia F.
So authentisch und einfühlsam geschrieben. Du hast ein echtes Talent fürs Schreiben Vielen Dank!
Markus J.
Genau zur richtigen Zeit gelesen. Genau diese Botschaft brauchte ich heute Vielen Dank!
