Das Kind, das Energien sieht
Das Kind, das Energien sieht
Autor: Mario Manetzki Datum: 12. März 2024 Kategorie: Energetische Heilung
Ich erinnere mich noch gut an den nebligen Herbstmorgen, als Frau L. und Herr S. das erste Mal in mein Institut kamen. Die Luft war erfüllt von einer spürbaren Anspannung, die sich wie ein unsichtbarer Mantel um sie legte. Es war nicht die übliche Sorge, die Eltern mitbringen, sondern eine tiefe, fast verzweifelte Ratlosigkeit. Ihre Blicke suchten nach einer Erklärung, einem Anker in einem Meer von Unverständnis.
Ihre siebenjährige Tochter, nennen wir sie Anna, war der Grund ihres Besuchs. Anna war ein aufgewecktes, intelligentes Mädchen, doch seit einigen Monaten schien sie in einer Welt zu leben, die ihren Eltern verschlossen blieb. Sie sah „Schatten“ im Zimmer, klagte über „laute Farben“ in der Schule und weigerte sich, bestimmte Räume zu betreten, weil sie dort „traurige Wolken“ spürte. Die Ärzte waren ratlos, die Psychologen sprachen von einer überbordenden Fantasie oder Hochsensibilität. Die Eltern selbst schwankten zwischen der Angst, ihr Kind sei krank, und der leisen, unheimlichen Ahnung, dass Anna tatsächlich etwas wahrnahm, das sie nicht sehen konnten.
Als ich Anna später in einer Einzelsitzung traf, spürte ich sofort die immense, ungefilterte Fülle an Informationen, die auf dieses kleine System einströmte. Ihre Aura war leuchtend, aber überladen – wie ein zu empfindlicher Sensor, der auf maximale Stärke eingestellt ist. Ich sah nicht nur die „traurigen Wolken“, die sie beschrieb, sondern auch die energetischen Altlasten des alten Hauses, die emotionalen Stressfelder der Eltern und die kollektiven Ängste, die in der Schulumgebung mitschwangen. Anna war nicht krank; sie war hellsichtig und hochempfindlich, ein medialer Kanal, der noch nicht gelernt hatte, die Schleusen zu regulieren.
Meine Arbeit begann mit dem, was ich den Königsweg der Anbindung nenne. Es ging nicht darum, Annas Gabe zu unterdrücken, sondern ihr beizubringen, sie souverän zu steuern. Zuerst reinigten wir ihr Energiefeld sanft von den fremden Eindrücken, die sie so belasteten. Dann zeigte ich ihr eine einfache, aber kraftvolle Anbindungspraxis: Wie sie sich bewusst mit der Schöpfungsquelle verbinden und sich von ihrem eigenen, reinen Licht umhüllen lassen konnte. Wir visualisierten einen „energetischen Schalter“, mit dem sie die Intensität ihrer Wahrnehmung regulieren konnte. Es war ein spielerischer, aber wissenschaftlich fundierter Ansatz, der ihr die Kontrolle über ihre eigene Realität zurückgab.
Die Transformation war tiefgreifend, aber schrittweise. Nach einigen Wochen berichteten die Eltern von einer entspannteren Anna. Die „Schatten“ waren nicht verschwunden, aber sie machten ihr keine Angst mehr. Sie konnte nun sagen: „Mama, der Schatten ist da, aber ich habe meinen Schalter auf leise gestellt.“ Sie lernte, ihre Wahrnehmung als ein Werkzeug zu sehen, nicht als eine Last. Die anfängliche Verzweiflung der Eltern wich einer tiefen Akzeptanz und dem Stolz auf die einzigartige Gabe ihrer Tochter.
Diese Begegnung hat mich einmal mehr in meiner Überzeugung bestärkt: Medialität ist keine Krankheit, sondern eine Fähigkeit, die Führung und Training benötigt. Es ist unsere Aufgabe als Energetiker, diesen Menschen – ob Kind oder Erwachsener – die Hand zu reichen und ihnen den Weg zu zeigen, wie sie ihre Sensitivität in Souveränität verwandeln können. Die größte Erkenntnis für mich war die Einfachheit des Weges: Die Lösung liegt selten in komplexen Techniken, sondern in der bewussten, liebevollen Verbindung zur Schöpfung. Alles, was wir brauchen, um im Chaos Klarheit zu finden, ist bereits in uns. Wir müssen nur lernen, den Schalter zu bedienen.
Kommentare von Lesern
Thomas K.
So authentisch und einfühlsam geschrieben. Möge deine Arbeit viele Menschen erreichen Vielen Dank!
Daniel Z.
Faszinierend, wie du die energetische Arbeit beschreibst. Ich lerne so viel aus deinen Erfahrungen Vielen Dank!
Andreas V.
Das spricht mir aus der Seele. Ich habe ähnliche Erfahrungen gemacht Vielen Dank!
